Seine historisch bedeutenden Bauten sowie die atemberaubenden Naturlandschaften machen Olivone zu einem beliebten Ferien- und Ausflugsziel, aber auch zu einem schützenswerten Ortsbild der Schweiz. Deshalb war es auch im Interesse der Gemeinde Blenio, zu der Olivone gehört, sich bei einer nachhaltigen Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien zu beteiligen. Wie bei vielen anderen Gemeinden der Schweiz entspringt dieser Entscheid einer umweltpolitischen und überdies auch einer regionalwirtschaftlichen Absicht.

Wärmeversorgung mit der erneuerbaren Energiequelle Holz

Im Bleniotal bietet Holz als Energiequelle dank den vielen Waldvorkommen grosses Potential. Allein im bekannten Waldreservat Selvasecca erstrecken sich Kiefernbäume über eine Fläche von 76 Hektaren. Eine perfekte Ausgangslage, um Holzschnitzel für die Wärmeerzeugung zu nutzen.

Ein Wärmeverbund ist ein Interessenverbund

Weil es für den Wärmeverbund in Olivone eine grosse Menge an Holzschnitzeln brauchte und die Waldgebiete oftmals Ortsbürgerschaften, den sogenannten Patriziati, gehören, war es für die Gemeinde Blenio nur natürlich, sich mit anderen Interessenten zu verbinden. Bei der Wärmelösung «Teleriscaldamento Olivone» schlossen sich neben den Tessiner Gemeinden Blenio (Olivone) und Acquarossa auch die Eigentümer der Liegenschaftsverwaltung Biomassa Blenio SA und die Patriziati, die ortsansässigen Waldbesitzer, an.

Zu hohe Investitionskosten für Gemeinden

Bei der Planung des Projektes zeigte sich, dass dieses nach den Vorgaben der Gemeinde. In dieser Situation kam die Stiftung KliK zum Zug, indem sie mit ihren Förderbeiträgen die finanzielle Lücke decken konnte. Für jede anrechenbare Tonne CO₂-Reduktion bis und mit 2030 zahlt die Stiftung 100 Franken; das entspricht einem Beitrag von etwa 2 Rappen pro kWh an die Wärmegestehungskosten.

Vorteile des Programms Wärmeverbünde

Der Wärmeverbund Olivone wurde als Einzelprojekt eingereicht und musste zur Erlangung der Förderbeiträge den langwierigen Prozess der Registrierung durch das Bundesamt für Umwelt durchlaufen. Für Olivone hat sich der Aufwand gelohnt. Der Stiftung KliK ist es aber gelungen, den Weg zu Fördergeldern mit dem von ihr betriebenen Programm Wärmeverbünde seither um einiges zu vereinfachen und zu beschleunigen. Valeria Milone, Projektingenieurin bei Lucchini Mariotta e Associati SA, die schon beim Projekt in Olivone als Beraterin fungierte, bestätigt:

«Meine Erfahrungen mit der Stiftung KliK sind durchwegs positiv. Besonders seit ich Projekte im Rahmen des Programms Wärmeverbünde betreue. Die Einreichung der Projekte verläuft unkompliziert und einfach und kann über Webseite und/oder mit der Unterstützung der Stiftung KliK und ihren Partnern eingereicht werden.»

Valeria Milone, Projektingenieurin bei Lucchini Mariotta e Associati SA

Das Ergebnis: 32 Bezüger wurden an ein 2,4 Kilometer langes Fernwärmenetz angeschlossen. Darunter befinden sich u.a. kommunale Gebäude sowie eine Bankfiliale. Gemäss Prognose können bis zum Jahr 2030 über 5'800 Tonnen CO₂ eingespart werden. Daraus resultiert ein Förderbeitrag von mehr als 0.5 Mio. Franken.

Merkmale Wärmeverbund Olivone

Wärmeverbund
Fernwärmenetz Olivone mit 32 Bezügern (unter anderem
kommunale Gebäude und eine Bankfiliale, Stand 2020)

Beteiligte
Biomassa Blenio SA, die Gemeinden Acquarossa und Blenio sowie einige Ortsbürgergemeinden

Wärmequelle
Holzschnitzel

Trassenlänge
2400 m (Stand Ende 2020)

Jährlich gelieferte Wärmeenergie
1’750 MWh (2019)

Wirkungsbeginn
1.9.2014

Förderung
Erneuerbare Energien tragen zum Erreichen der CO₂-Ziele der Schweiz bei. Die Förderung der Stiftung KliK dient der Erfüllung der Kompensationspflicht der fossilen Treibstoffimporteure.

Prognose bis 2030
5812 Tonnen CO₂
von 09.2014 bis Ende 2030

Finanzierung
Eigenfinanzierung; Finanzhilfen (Stiftung KliK)

Für jede anrechenbare Tonne CO₂-Reduktion zahlt die Stiftung KliK bis und mit 2030 CHF 100.

Wärmeverbund mit Biomasse: 5 starke Argumente

Klimapolitik
Erneuerbare Energien tragen zur Erreichung der CO₂-Ziele des Bundes und der Kantone bei.

Betriebssicherheit
Einheimischer, lagerbarer Brennstoff; professionelle Betriebsüberwachung, Wartung und Instandhaltung

Skaleneffekt
Grossfeuerungen stützen die Wirtschaftlichkeit eines Wärmeverbundes.

Lufthygiene
Automatischer Betrieb, Filterpflicht und Filterwartung mindern Schadstoffausstoss

Digitalisierung
Elektronische Elemente erleichtern Monitoring, Steuerung, Überwachung, Messung und Verrechnung.

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